Restaurierung eines Holztafelgemäldes von Giulio Romano
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Restaurierung eines Holztafelgemäldes
von Giulio Romano
Laufzeit (2018–2020)

Projektträger:
Gemäldegalerie Alte Meister und Gemälderestaurierung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden

Die „Madonna mit der Waschschüssel“ wurde von Giulio Romano (eigentl. Giulio Pippi, um 1499 – 1546), einem Schüler und engen Mitarbeiter Raffaels, geschaffen. Der Künstler war 1524 an den Hof des Marchese Federico II. Gonzaga in Mantua gekommen. Hier entstand um 1525 das Gemälde, das die Heilige Familie mit Elisabeth und dem kleinen Johannes dem Täufer zeigt. Das Werk wurde 1746 aus der herzoglichen Galerie in Modena für die Dresdner Sammlung erworben.

Den Anstoß zur Restaurierung gaben vorhandene Risse in der aus fünf vertikal gerichteten Brettern bestehenden Holztafel. Zur Beruhigung und Verschließung der Spalten musste eine Lösung gefunden werden. In diesem Zusammenhang bot sich die Gelegenheit, auch die Malschicht zu untersuchen. Neben der Infrarotreflektografie lieferte die Untersuchung der übermalten Bereiche mithilfe des Röntgenfluoreszenzanalyse-Mappings die deutlichsten Befunde zur Existenz einer ersten Fassung des Hintergrundes, der möglicherweise schon während des Malprozesses überarbeitet wurde. Daher war es selbstverständlich, dass zur Restaurierung der Malschicht nur eine Firnisabnahme unter Erhaltung der malerischen Überarbeitung konzipiert wurde, auch wenn die darunterliegende erste Fassung vermutlich vollständig ausgeführt und erhalten ist. Die verdeckte Variante der Hintergrundszene konnte durch die Untersuchung aber auf beeindruckende Weise sichtbar gemacht werden.

Ein Aufsatz zur Restaurierung ist zu finden in der Publikation „Restaurierte Meisterwerke zur Wiedereröffnung der Sempergalerie“, herausgegeben von den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Stephanie Exner, Marlies Giebe und Stephan Koja, Dresden 2019, S. 59–63.